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GSK 6. Mannschaft

Bezirksliga Bonn 2011/2012

Bericht Runde 9

1. SK Troisdorf II - Godesberger SK VI (5 : 3)

 

 

Die Luft war raus

Unser letztes Saisonspiel führte uns in die Gesamtschule, Am Bergeracker, in Troisdorf. Dass es ein schöner Tag werden würde – allerdings nur auf das Wetter bezogen – war schon bei der Anfahrt klar. Wie so oft war der Gast früher da als der Gastgeber, so dass wir beim Aufbauen halfen. Schließlich saßen dann doch 16 Spieler an den Brettern. Wir waren mit meiner Wunsch- und Standardformation angetreten.

Im Gegensatz zu den letzten Kämpfen fing es gut für uns an. Fast unbemerkt verließ Dominik Müller mit seinem Gegenspieler Bilow den Spielsaal zwecks Analyse und vermeldete 1:0 für uns. Und das Ganze um 11 Uhr. Als Schwarzer hatte Dominik das Damengambit (Cambridge-Springs-Variante) mit Abtausch der Zentralbauern auf dem Brett. Dominik konnte Druck auf den weißen Isolani auf d4 entwickeln. Sein Gegner stellte 3-zügig eine Figur ein und gab schnell auf.

Christopher Boysen spielte am 3. Brett gegen einen Königsinder mit einem ihm unbekannten System. Nach mehreren schwachen Zügen seinerseits und einem Bauernverlust stellte er noch eine Leichtfigur ein. Sein Königsflügel brach zusammen. Er spielte noch unverdrossen weiter, war aber angesichts des gegnerischen Materialvorteils chancenlos.

Ich hatte mit Weiß die Winawer-Variante aus der Französischen Verteidigung auf dem Brett. Mein Gegner machte deutlich, dass er mit der langen Rochade auf Gewinn spielen will und verbrauchte sehr wenig Zeit. Nach Abtausch einiger Leichtfiguren und Entkräftung des Angriffs hatte er an diesem Tag wohl nicht mehr so viel Lust und offerierte im 20. Zug Remis. Es drohte weitere Vereinfachung durch Figurentausch. Wie die Analyse hinterher zeigte, muss Weiß dabei die Dame auf dem Brett lassen, und dann sieht es remislich aus. Da mir mein Doppelbauer auf der c-Linie fürs Endspiel nicht besonders gefiel, willigte ich ins Remis ein.

Kurs danach konnte Lars Kruse am 1. Brett gewinnen. Er hatte gegen den gegnerischen Mannschaftsführer Uwe Spira die Fantasy-Variane aus der Caro-Kann-Verteidigung auf dem Brett. Lars griff mit g2-g4-g5 am Königsflügel an, sein Gegner konterte mit b7-b5-b4 am Damenflügel. Nach Öffnung der g-Linie konnte Lars seinen Angriff gewinnbringend durchsetzen. Damit stand es 2,5 zu 1,5 für uns, aber ein Rundblick offenbarte nicht viel Gutes an den übrigen Brettern.

Und so kam es auch. Martin Dung hatte schon früh in der Eröffnung Material eingebüßt und bekam keine ausreichende Kompensation für einen Königsangriff. Sein Gegner Hahn spielte es ruhig zu Ende und nach einem letzten taktischen Trickversuch musste Martin aufgeben. Auch bei Sebastian Schneider stand es schlecht. Sein König stand relativ frei und war nicht hinter Bauern geschützt. Er bemühte sich um Gegenangriff, seine Drohungen auf der 2. Reihe waren aber eher der Kategorie Verzweiflung zuzuordnen. Da sich sein Gegner nicht beeindrucken ließ, geriet er langsam aber sicher in eine Verluststellung und gab einen Zug vor dem Matt auf. Somit stand es plötzlich 3,5 zu 2,5 gegen uns und es spielten noch Peter Henn und Sascha Agne.

Peter hatte einen Mehrbauern erkämpft, der aber im Turmendspiel nur schwer zu verwerten war. Es drohte, dass unser Saisonabschlussessen zu einem späten Kaffeetrinken mutiert. Durch eine Unachtsamkeit büßte Peter seinen Mehrbauern ein und willigte so ins Remis ein.

Wie so oft saß Sascha noch am 2. Brett. Er genießt es, die Bedenkzeit voll auszureizen und kommt üblicherweise dabei oft in Zeitnot. Allerdings hatte er auch dieses Mal wohl die interessanteste und spannendste Partie auf dem Brett. Das Material war sehr ungleich verteilt. Sascha hatte aktive Figuren in Gestalt eines Turms, Springers und Läufers, die den gegnerischen König ernsthaft bedrohten. Sein Gegenspieler Wenner hatte eine Dame und, wie sich später herausstellte, noch zu viele Bauern. Vielleicht wollte Sascha zu viel, weil uns nur sein Sieg das Mannschaftsunentschieden gebracht hätte, andererseits hatte sein Gegner wohl immer Dauerschach gegenüber Saschas nacktem König drin. Nach einer Taktik verlor Sascha seine 3 Leichtfiguren gegen die Dame und gegen die weiße Bauernübermacht war Sascha chancenlos, so dass er folgerichtig aufgab. Damit stand das Endergebnis von 5:3 gegen uns fest.

Trotz der beiden Niederlagen zum Ende der Saison können wir mit dem Verlauf der Saison insgesamt zufrieden sein. Mit 10:8 Punkten belegen wir, wie im Vorjahr, den 4. Tabellenplatz. Wir hatten real den drittschlechtesten DWZ-Schnitt aller Mannschaften, also sollte man zufrieden sein.

Bei herrlichem Wetter konnten wir im Anschluss auf der Terrasse des nahe gelegenen Restaurants Ai Parioli italienische Spezialitäten genießen und die Saison Revue passieren lassen. Mit kleinen Geschenken wurde der Mannschaftsführer überrascht und dann doch glatt Schach matt gesetzt.

Heinz Bitsch
MF GSK VI
 

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zuletzt geändert am 2. April 2012