Bittere Niederlage für GSK1

Bericht von Christian Köhler

Am Sonntag reisten wir zum 3. Spieltag der NRW-Liga zu den Schachfreunden Brackel 2 nach Dortmund. Als Tabellenführer und auch elomäßig gingen wir als Favorit ins Rennen, wobei die Brackeler mit ihrer jugendhaften Mannschaft – der Alterspräsident zählte satte 24 Jahre – natürlich keinesfalls zu unterschätzen waren. Tatsächlich ging dann leider auch fast alles schief, was schiefgehen konnte.

So verdarben Pawel und Niklas ihre gewinnträchtigen Stellungen zum Remis, Stephan ging sogar noch einen Schritt weiter und verlor. Klaus steuerte in ausgeglichener Stellung eine weitere unnötige Niederlage durch einen Figureneinsteller bei. Im Vergleich dazu war meine Niederlage geradezu verdient, wobei auch hier Haderpotential besteht. Den einzigen echten Glanzpunkt setzte Arsenis; wenngleich auch da vermutlich nicht alles den Segen der Engine erhalten dürfte, sah es doch nach einem überzeugenden und schön herausgespielten Sieg aus. Stephen presste aus einem eingangs allenfalls optisch besseren Endspiel noch einen erquicklichen Sieg heraus, und Rüdiger steuerte auch noch ein Remis bei. Unter dem Strich also eine angesichts der Vielzahl der liegengelassenen Punkte höchst ärgerliche 3,5-4,5-Niederlage (Einzelergebnisse).

Die schwächste Leistung lieferten jedoch ausnahmsweise einmal nicht die Spieler ab, sondern bedauerlicherweise der Schiedsrichter. Es begegnen einem immer mal wieder solche Schiedsrichter, die – im besten Falle nur in einer fehlgeleiteten Treue zum Regelwerk, in einem schlechteren Falle aber auch zur Zurschaustellung einer vermeintlichen Machtposition – die in den FIDE-Regeln vorgesehenen Strafen noch um eigene Regeln ergänzen: Diesmal war es die Forderung an einen Spieler, der auf dem Notationsformular einen Zug vergessen hatte, dieses gänzlich neu zu schreiben, anstatt, wie es angemessen gewesen wäre, nur den fehlenden Zug zu ergänzen; bei anderer Gelegenheit durfte man aber auch schon einmal das Verteilen von gelben Karten bestaunen. Besonders verstörend wirkt das Treiben, wenn dieselben Schiedsrichter sich dann auch noch dazu berufen fühlen, besonders zu betonen, dass man sich zum Schach SPIELEN versammelt habe – wozu sonst, möchte man da fast fragen. Dass diese Schiedsrichter mit ihrem Treiben ihrer eigentlichen Aufgabe, nämlich im besten Interesse der Veranstaltung zu handeln und für einen störungsfreien Fortgang der Veranstaltung zu sorgen (Artikel 12.2 des FIDE-Regelwerks), nicht nachkommen, scheint bei alledem nicht ins Bewusstsein zu dringen. Es wäre wünschenswert, orientierten sich auch die letzten paar Prozent der Schiedsrichter an dem bekannten Leitsatz, dass ein guter Schiedsrichter dadurch auffällt, dass er nicht auffällt.

Veröffentlicht in GSK1, Mannschaft.

Ein Kommentar

  1. Als Turnierleiter mit dem Regelwerk einigermaßen vertraut muss ich auf Grund der Schilderung den Schiedsrichter etwas in Schutz nehmen. Das Regelwerk „widmet“ nicht umsonst der Notationspflicht einen eigenen Artikel (Artikel 8) mit zahlreichen Unterpunkten. Der korrekten und leserlichen Notation (Artikel 8.1.1) wird ein hoher Stellenwert eingeräumt. So kann es durchaus „nachvollziehbar“ sein, dass bei nicht Gewährleistung von Artikel 8.1.1 ein neue Mitschrift veranlasst wird.
    Was gelbe Karten betrifft: Nach Artikel 12.9.1 ist die Verwarnung eine von mehreren Strafen, die der Schiedsrichter verhängen darf. Ob man dies mit einer gelben Karte oder mit einer deutlichen Ansage praktiziert ist geschmacksache. Wichtig ist, dass dies alle Beteiligten mitbekommen.

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