Mit Mathias Gerusel, der 1938 im ostpreußischen Elbing (heute: Elbląg/Polen) geboren wurde, verliert der GSK nach Günter Poell und Heinz-Josef Ullrich einen weiteren Schachenthusiasten, der weit über die Region bekannt war. Mathias verstarb bereits im Juli dieses Jahres nach einem schweren Verkehrsunfall und einem langen Krankenhausaufenthalt im Alter von 88 Jahren. Seinem eigenen Wunsch entsprechend ist er ganz still und leise gegangen.
Mathias trat 1989 dem Godesberger SK bei. Er kümmerte sich mit viel Engagement um das Jugendtraining und spielte bis ins hohe Alter noch sehr erfolgreich und zuverlässig in unseren Mannschaften an den Spitzenbrettern. So war er bereits 1990 am Aufstieg des GSK in die 2. Bundesliga beteiligt. Viele Jahre lang betreute er die Schachkolumne in der Fernsehzeitschrift Prisma. Ein Auszug aus seiner schachlichen Vita verdeutlicht seine Bedeutung für den Schachsport auf internationaler Ebene.
Ein erster Höhepunkt war sicher der Gewinn der Deutschen Jugendmeisterschaft 1955 in Remscheid und ein hervorragender zweiter Platz bei der Weltmeisterschaft der Jugend 1957 in Toronto. In den folgenden Jahren steigerte er sich bis zum mehrfachen Einsatz in der Nationalmannschaft mit der Krönung einer Berufung in das deutsche Team bei der Europameisterschaft 1977. 1968 wurde ihm der Titel Internationaler Meister zuerkannt. Lange spielte er auf Bundesliganiveau für den vielfachen Deutschen Meister und Pokalsieger SG Porz.
Wer Mathias kennengelernt hat, traf auf einen klugen, geistreichen und humorvollen Menschen mit einer ausgesprochenen Begabung für das Königliche Spiel. Wir werden ihm stets ein ehrendes Andenken bewahren.

